25.06.2007 - Von Hong Kong nach Doha

...in der Business Class über Dubai...

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Ankunft im Terminal des Hong Kong Int. Airport "Chek Lap Kok", der sich auf einer künstlichen Insel befindet.

Da wir sehr früh da waren, konnte ich diesmal Fensterplätze auf beiden Flügen ergattern.
Mein 90-Tage-Visum und die Ein- und Ausreisestempel in meinem Reisepass.

Die lustigen Aufkleber daneben bekam ich auf dem Hinflug von Doha nach Hong Kong, die sollte man auf seine Sitzlehne kleben und sich dann schlafen legen. Auswahlmöglichkeiten:

- Bitte nicht stören
- Bitte wecken bei Mahlzeiten
- Bitte wecken zum Duty-Free-Shopping.

Ich war sowieso die ganze Zeit wach und brauchte sie deswegen nicht.
Das hier ist ein Kunstwerk. Es soll einen stark vergrößerten Tautropfen darstellen und dazu anregen die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Ja stimmt...ich sehe irgendwie anders aus.
Auf dem Weg zu den Gates...
Alles sehr geräumig.
Ein Jumbo von Cathay Pacific, der dominierenden Airline in Hong Kong.
Ein Gate weiter steht wieder ein brandneuer A340-600 für uns bereit.
Es geht los...

Am Eingang dann spuckte der Computer unsere Bordkarten wieder aus: Nicht akzeptiert. "Oh, we have a problem here..." - Wir bekamen neue Bordkarten und ich sah nur die Buchstaben der Sitzplätze und dachte mir "Ihr verdammten Schw...., ihr hattet mir Fensterplätze versprochen."

Eigentlich hätte ich schneller kapieren müssen was die neuen Bordkarten nur bedeuten konnten und was wir für ein Glück hatten: Der Flug war überbucht und wir wurden upgegraded in die Business Class!
Trotz des Platzwechsels blieb es bei dem versprochenen Fensterplatz, mit dem kleinen Unterschied, dass ich nun auf einem Liegesessel mit Massagefunktion saß und noch vorm Start Champagner und Kaviarhäppchen gereicht wurden. Es gab eine Speisekarte mit locker 20 verschiedenen Gerichten als Abendessen zur Auswahl, dummerweise verstand ich so gut wie nichts davon und so blieb nur Sandwich, irgendein Salat und Cheese Plate übrig. Serviert wird in der Business Class übrigens mit Tischdecke, Porzellan und Metallbesteck.

Man beachte das praktische Staufach unterm Fernseher: Meine Mutter war so schlau es auf zu lassen, ich nicht. So blieb meine Lieblingssonnenbrille auf der Strecke.
Nach dem Essen legten sich fast alle recht schnell schlafen. Ich zog es vor mir ein paar Bier servieren zu lassen und aus dem Fenster zu schauen wo eine ausgedehnte Gewitterfront die Wolken blitzen ließ. Das sieht ganz anders aus als vom Boden aus und war ein echt beeindruckendes Naturschauspiel. Zwischenzeitlich hatte ich mal zu lange aus dem Fenster geschaut und mein Bier ein paar Minuten stehen lassen. Als ich das dann wieder nehmen wollte, bekam ich fast aus der Hand gerissen "Excuse me sir..." und bekam ein neues. In der Business Class trinkt man kein eben kein schales Bier...nicht mal heimlich nachts wenn alle schlafen.
Ausser Kissen und Decke bekam man für den Nachtflug einen Sack mit Augenbinde, Schuhanzieher, Anti-Rutsch-Socken und Schlafanzug in Qatar Airways Farben. Dazu einen Kulturbeutel der bekannten Marke Aigner, der Gehörschutzstopfen, einen Kamm/Bürste, Mundwasser, Deo, Cremes, Lippenpflege, Zahnseide, Zahnbürste und Zahnpasta beinhaltete.

Zum Entertainment-System gab es nicht die üblichen Billig-Ohrhörer sondern einen Kopfhörer mit aktiver Schallunterdrückung auf Gegenschallbasis. Sobald man ihn einschaltete, hörte man das Triebwerkgeräusch kaum noch.
Unter diesen luxuriösen Reisebedingungen war meine Mutter dann zum Frühstück auch kaum wachzubekommen.

In meiner Armlehne sieht man hier die herausnehmbare Fernbedienung für das Entertainment-System, welche gleichzeitig Gamepad ist und auf der Rückseite ein Kreditkartentelefon eingebaut hat. Leider habe ich vergessen ein Foto davon zu machen. Ausserdem sieht man meine zustätzliche Schwanenhals-Leselampe und in dem Hohlraum unter der Fernbedienung befindet sich eine 220-Volt-Steckdose z.B. fürs Notebook. Im Dunkeln habe ich versehentlich versucht den Stecker des Kopfhörers in diese Steckdose zu stecken, was mir glücklicherweise nicht gelungen ist.
Nur der erste Gang des Frühstücks bevor die Auswahl a la carte folgte...ich war eigentlich noch satt vom Abendessen.
Solche Probleme sind meiner Mutter völlig fremd:

Gerade erst erwacht, kann sie schon wieder scheinbar unbegrenzt essen.
Da wir mit der Zeit flogen, flogen wir dem Sonnenaufgang die ganze Zeit davon. Das war also eine sehr lange Nacht.

Hier ein Videoclip: http://www.youtube.com/watch?v=qj9qeeHdgwI
Als wir uns Dubai nähern, beginnt die Sonne uns einzuholen.
Überflug über Dubai im Morgengrauen!

Zu sehen ist das Stadtzentrum und der Flughafen. Das bekannte Luxushotel Burj al Arab dürfte ziemlich genau unter uns gewesen sein und links von uns war dann die im Meer aufgeschüttete Riesen-Palme.
Nach über 8 Stunden Flug nähern wir uns wieder Qatar. Zur Landung müssen aus Sicherheitsgründen alle Trennvorhänge offen sein. Wenn man genau hinschaut, kann man durchgucken bis in die First Class. Die Kabine wirkt sehr hoch, weil es dort keine Gepäckfächer unter der Decke gibt. Zwischen First- und Business Class - wo es so hell leuchtet - befindet sich eine Bar und ein Lounge-Bereich mit Sitzecken. In diesem Bereich ist die Kabinendecke voller kleiner Lichter und wirkt wie ein Sternenhimmel.
Endanflug auf Doha.
Nur noch Sekunden bis zur Landung.
Einparken neben noch einem Airbus A340-600.
Noch schnell ein Foto von der Steuerung meines Liegesitzes, der keine Wünsche offen ließ. Über das gelb hinterlegte Feld steuert man die Massagefunktion, die lila hinterlegten Tasten sind vorprogrammierte Einstellungen für Start/Landung/Essen/Schlafen. Mit den vielen anderen Tasten ist dann noch jede denkbare Kleinigkeit individuell anpassbar.

Man sollte allerdings in Liegeposition den Gurt nicht nachziehen und dann den Sitz wieder aufrichten, dann wird man nämlich etwas gewürgt. Meine Mutter hat das zu meiner Belustigung getestet.
Ach ja..."No photos!" bekomme ich wieder zugerufen, das war schon beim Hinflug so.

In Doha sind Fotos am Vorfeld verboten.
Dennoch: Dieses Foto konnte ich mir nicht entgehen lassen.
Sonnenaufgang in der Wüste: Es ist schon wieder über 40 Grad.

Diesmal hatte ich ein paar Stunden Zeit in Doha und habe direkt bei Qatar Airlines gemeldet, dass meine Sonnenbrille noch in dem praktischen Staufach von Sitz 15K des Hong Kong-Fluges ist. Die Antwort war: "Ok sir, please check back in 30 minutes." - 30 Minuten später: "Nothing heard, i will call them again, please check back in 30 minutes." - Eine weitere halbe Stunde später: "Nothing found, sorry."

Naja, ich wünsche dem Cleaning-Personal viel Spass mit der Brille und ich leg mir dann eine neue Lieblingsbrille zu.