05.01.2008 - Florida: Orlando und Cape Canaveral

Nach einem typisch amerikanischen Frühstücksbuffett im Four Points in Orlando musste noch das Problem gelöst werden, wie man die Gepäckanhänger fürs Schiff an den Koffer bekam. Die sogenannten Gepäckanhänger waren nämlich keine Anhänger sondern nur ein Stück Papier ohne jede Befestigungsmöglichkeit, die aber unbedingt an den Koffer mussten - und zwar schnell. Toll. Das Nachbarzimmer konnte mit einem Klebestift aushelfen aber das hielt natürlich nicht. Egal, trotzdem so gelassen, Koffer zur Abholung vor die Tür gestellt und dann zwei Stunden Zeit gehabt ein bisschen Orlando zu erkunden.

Zu sehen gab es einen sehr aufwändig gestalteten Minigolfplatz direkt neben dem Hotel, da guckte ich aus aus dem Hotelzimmer direkt drauf und hatte in der Nacht schon ein Foto machen wollen, hatte die Kamera bereits in der Hand, da wurde das Licht auf der Anlage ausgemacht. Super Timing.

Links der umgekehrte Blick:
Das neben dem abgestürzten Flugzeug ist das Hotel.

Der Weihnachtskitsch bleibt einem auch lange nach Weihnachten und tausende Kilometer fern der Heimat bei sommerlichen Temperaturen nicht erspart. Bei Dairy Queen spricht man sogar Deutsch, hat aber trotzdem kein ö auf der Tastatur.

Links unten das ungewöhnliche Bauwerk habe ich von weitem gesehen und wollte unbedingt wissen was das ist. Wenn man näher kommt, hört man auch schon den Sound davon. Das SkyVenture saugt unten Luft an, bläst sie oben wieder raus und dazwischen kann man sich dann auf dem Luftstrom tragen lassen. Keine Zeit dafür - schade. Im Hintergrund übrigens wieder das Hotel, das sah man von überall, so war Verlaufen ausgeschlossen.

Foto unten: Die an allen Ampeln angebrachte Bedienungsanleitung. Die Ampeln selbst hatten sogar einen Countdown, der die verbleibende Zeit zum überqueren der Straße anzeigte.
Nach der kurzen Stadtbesichtigung ging es zurück zum Hotel, wo bereits zwei Busse bereitstanden und die Reiseleiterin gerade dabei war an sämtlichen Koffern die oben erwähnten Gepäckanhänger mit einem Tacker zu befestigen.

Angekommen am Port Canaveral kamen wir erst noch am Disney-Schiff vorbei (Foto rechts oben), was auch erklärt wieso eine Comicfigur am Heck hängt. Der Altersdurchschnitt an Bord soll eher gering sein und die herrschende Lautstärke dafür um so höher.

Es folgte mal wieder eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen, dabei hatten die Sicherheitskräfte bereits eine beeindruckende Menge diverser alkoholischer Getränke beschlagnahmt. Leider war Fotografieren verboten. Im Terminal bekam man dann mal wieder eine Einreisekarte in die Hand gedrückt, diesmal für die Bahamas, die nicht zu den USA gehören. Nach ein paar Minuten Schlange stehen dann Check-In, Reisepasskontrolle und Ausgabe der Sail&Sign-Karte, mit der man das Schiff betreten und verlassen, seine Kabinentür öffnen und an Bord sämtliche Rechnungen begleichen kann.

Auf dem Schiff ist man dann erstmal vollkommen orientierungslos, man weiß nicht mal wo vorne und wo hinten ist, zudem gibt es Decks auf denen man nicht vom Heck zum Bug (oder umgekehrt) laufen kann. Das wurde übrigens auch im Laufe der ganzen Reise nicht wirklich besser mit der Orientierung. Zwar hat man es nach ein paar Mal ganz gut drauf von seiner Kabine zu seinem Stammrestaurant zu kommen und zurück aber wenn man von der Kabine erst zum "Pursers Desk" will und danach erst ins Restaurant, geht das mit Sicherheit wieder schief. Da steht man dann plötzlich ganz woanders ratlos rum und wundert sich, fängt an Deckpläne zu studieren und stellt nach 15 Minuten endlich fest, dass man schon wieder vorne und hinten verwechselt hat.

Das Schiff - die Carnival Glory - gehört mit 110.000 Bruttoregistertonnen und 290 Metern Länge zu den größten Kreuzfahrtschiffen. Es gibt 13 Decks, Kabinen für 2.974 Passagiere und eine Crew von 1.150 Leuten, macht ingesamt also über 4.000 Menschen.

Erstaunlich schnell war die Kabine gefunden, die sich fast ganz vorne im Schiff auf Deck 8 befand und mehr Platz und Komfort zu bieten hatte, als ich erwartet hatte. Mittlerweile war es bereits 15 Uhr und Magenknurren setzte ein. Kein Problem - auf dem Schiff kann man rund um die Uhr essen bis zum Umfallen - so zumindest waren mir noch die Worte der Reiseleiterin im Gedächtnis, die uns im Bus über die wichtigsten Dinge informiert hatte. Nur wo? ... Nach langem Herumirren dann am Lido-Deck gelandet und dort gab es wenigstens Burger und Pommes, also drauf auf den Teller und rein damit. Genau passend kam auch ein netter junger Mann mit einen Getränketablett samt ziemlich großer Becher mit Schirmchen. Egal was das ist - Durst - also her damit. "Your Sail&Sign-Card please." - Ach ja, böse Falle: Alkoholhaltige Getränke sind nicht inklusive, ausserdem wird ein Trinkgeld von 15% automatisch aufgeschlagen, so dass der Becher 8,41 USD kostete. Meckern konnte man trotzdem eigentlich nicht, da der Cocktail ganz gut war, mindestens einen 3-fachen Bacardi oder ähnliches enthielt und schnell die Stimmung hob.
Nachdem es ein paar mal Lautsprecherdurchsagen gegeben hatte, die nicht gut zu verstehen gewesen waren, liefen irgendwann immer mehr Leute mit Schwimmwesten auf dem Deck rum. Die obligatorische Notfallübung kündigte sich an. Also wieder runter in die Kabine um die persönliche Schwimmweste anzulegen, raus auf den Gang und planlos der Masse hinterlaufen bis man von der Crew an einen Ort geführt wird, den man sowieso niemals wiederfinden würde - und schon garnicht im Notfall. Dort steht man dann eine Weile, hört wieder unverständliche Durchsagen und wenn alle gehen, geht man auch und fängt von vorne an seine Kabine zu suchen. Dort am Fernseher konnte ich dann sehen, dass wir bereits abgelegt hatten. Also Kamera gepackt und wieder raus auf Deck, denn es ging vorbei am Kennedy Space Center, wo nicht nur die berühmte NASA-Halle zu sehen war, sondern in der Ferne auch das Space-Shuttle Atlantis, dass nach verschobenem Start zur Mission STS-122 nun auf einen neuen Termin für den Flug zur Raumstation ISS wartet, bei dem unter anderem der deutsche Astronaut Hans Schlegel dabei sein wird. An Bord befindet sich das über 10 Tonnen schwere europäische Weltraumlabor Columbus, welches dann - nach langer Verspätung - endlich an die ISS montiert werden soll.