Blog-Archiv: Dezember 2009

Chaos überall

Montag, 28.12.2009

Das an den Tagen nach Weihnachten alle unterwegs sind um ihre ungeliebten Weihnachtsgeschenke umzutauschen ist ja nichts Neues. Trotzdem wurden meine schlimmsten Erwartungen noch übertroffen. Von Kochs Ecke aus staute es sich vormittags schon in Richtung Parkhaus der City Galerie, bei Möbel Zimmermann staute sich die Schlange der Parkplatzsuchenden bis in den Kreisverkehr. Nicht mal bei McDonalds war ein einziger Platz frei und zudem wurde man am Verlassen des Parkplatzes dann auch noch geraume Zeit durch einen in der Ausfahrt stehenden LKW gehindert. Nachdem wir uns dann auf dem Rückweg an einem Unfall auf der HTS vorbeigeschlängelt hatten, fuhren wir noch auf den Heidenberg zu IKEA, wo die selben Zustände herrschten. Der Einkauf dort wurde auch wieder deutlich teurer als geplant und selbstverständlich standen wir an genau der Kasse, an der ein Kunde vor uns meinte eine mindestens 20-minütige Diskussion mit der Kassiererin anfangen zu müssen.

Extreme Wetterbedingungen

Sonntag, 20.12.2009

Am Samstagabend fand ich es auf dem Weg zum nahegelegenen Discounter schon übertrieben kalt. Dort angekommen fiel mir auf, dass alle Sorten von Eiern ausverkauft waren, sogar die teuren Bio-Eier. Anscheinend bekommen die Hühner bei diesen Temperaturen nichts mehr herausgedrückt und vermutlich ist auch die Nachfrage nach Eiern im Moment sehr hoch, schließlich braucht man die ja für den Weihnachtsplätzchenteig. Auf dem Rückweg hatten die eingekauften Tiefkühlprodukte keine Chance aufzutauen, die Hand mit der ich die Tüte getragen hatte, musste allerdings zu Hause erst einmal wiederbelebt werden. An einer großen Schaufensterfläche an der Frankfurter Straße lief wegen des extremen Temperaturunterschieds zwischen innen und aussen literweise Kondenswasser von innen an den Scheiben herunter, sah auch toll aus.
Am frühen Sonntagmorgen sank die Temperatur in Siegen auf sagenhafte -19,9 Grad. Um kurz nach 2 Uhr bemerkte ich dann ein blaues Blitzen: Passanten hatten eine vor meiner Tür liegende Person entdeckt und den Notruf gewählt. Der mit Sicherheit unterkühlte Patient wurde eingeladen und mit Blaulicht abtransportiert.
Im Laufe des Vormittags begannen dann kräftige Schneefälle. Trotz intensiver Bemühungen des Winterdienstes blieb die Frankfurter Straße den ganzen Tag schneebedeckt. Währenddessen stellte der Flughafen Düsseldorf den Betrieb gleich komplett ein und statt der üblichen Website erschien nur noch eine Seite mit dem Titel Notfallinformationen. Ebenfalls Unterhaltungswert hatte die Website der Deuschen Bahn. Dort fand man massenweise Informationen wie diese: "ca. 140 Minuten später, Grund: Weichenstörung".
Mittlerweile ist die Temperatur wieder auf fast frühlingshafte -6 Grad angestiegen, die Eiszapfen an den Straßenbeleuchtungen bei mir vorm Haus scheinen aber immernoch zu wachsen.


Ausnahmezustand

Mittwoch, 16.12.2009

Wie im letzten Blog-Eintrag berichtet, stehen hier heute wieder kriegsähnliche Zustände bevor.

Es geht nun langsam los, die ersten Absperrgitter stehen rund ums Haus bereit, die Bereitschaftspolizei fuhr auch schon ein paar mal vorbei.

UPDATES:

13:00 Uhr: Ein Bundespolizei-Hubschrauber mit Aussenkamera schwebt minutenlang über dem Haus.

13:30 Uhr: Zwei LKW der Bereitschaftspolizei laden beidseitig Absperrgitter auf der Frankfurter Straße in Höhe der Sporthalle ab.

14:00 Uhr: Der Hubschrauber ist wieder zurück.

14:10 Uhr: Etliche Fahrzeuge der Bereitschaftspolizei stehen jetzt am Löhrtor ...und waren kurz später wieder weg.

15:00 Uhr: Ab jetzt gilt das Halteverbot entlang der Frankfurter Straße, am Löhrtor und auf dem Parkplatz des Hallenbades.

16:00 Uhr: Jetzt geht es richtig los. Mindestens 20 Polizei-Mannschaftswagen stehen rund ums Haus. Gegenüber im obersten Stockwerk der AOK hat sich die Polizei ebenfalls eingerichtet und eine Kamera auf dem Dach aufgestellt.

16:30 Uhr: Bereitschaftspolizei bezieht auch auf unserem Grundstück hinterm Haus Stellung. Mein Auto ist also geschützt vor Steinewerfern. Sehr gut.

17:30 Uhr: Am Löhrtor ist ein Durchsuchungszelt aufgebaut worden, ansonsten ist die Lage unverändert.

18:15 Uhr: Vollsperrung Frankfurter Straße, Spandauer Straße und Löhrtor.

20:30 Uhr: Nach 2 Stunden am Dach kann ich meine Finger kaum noch bewegen und spüre meine Füße nicht mehr, ich nehme an die Zehen sind schon schwarz. Zwischenzeitlich haben sich die Rechten hier eingefunden und sind mit Fackeln in Richtung Kochs Ecke marschiert. Die Veranstaltung läuft wohl immernoch, ich höre Lautsprecher aus der Ferne. Hier lief alles ohne Zwischenfälle ab. Die Vollsperrung besteht weiterhin.

20:50 Uhr: Die Freien Nationalisten und deren Anhänger sind gerade die Frankfurter Straße bis zum Lidl heruntermarschiert, diesmal nicht mehr als Schweigemarsch sondern lautstark mit diversen Parolen.

21:00 Uhr: An der Ecke Frankfurter Straße/Flurenwende werden erneut Reden gehalten.

21:15 Uhr: Veranstaltung beendet, eine Polizeikette sichert die Straße vor meiner Haustür. Es soll wohl verhindert werden, dass linke Gegendemonstranten die Verfolgung aufnehmen.

21:30 Uhr: Aufbruchstimmung bei der Polizei. Alles wird abgebaut und eingepackt. Die Vollsperrung ist aufgehoben.

22:00 Uhr: Noch immer stehen einige Fahrzeuge der Bereitschaftspolizei am Rande der Frankfurter Straße. Wahrscheinlich vermissen sie noch Leute, die Heimreise wird in Kollonne angetreten, die dafür vorgeschriebenen Fähnchen sind jedenfalls schon vorbildlich an die Fahrzeuge gesteckt worden.

Ich beginne ganz langsam wieder aufzutauen, die Kameras sind wieder halbwegs getrocknet vom Kondenswasser aufgrund der extremen Temperaturunterschiede. Bei einer Kamera versagte in der Kälte sogar der Akku. Nun werde ich mal die gemachten Fotos und Videos herunterladen, in die richtige Reihenfolge bringen, aussortieren und bearbeiten.

Bevorstehender Ausnahmezustand

Freitag, 11.12.2009

Am kommenden Mittwoch steht der Jahrestag der Bombardierung Siegens am 16.12.1944 bevor. Dieser war letztes Jahr Anlass für die "Freien Nationalisten" hier einen Aufmarsch zu veranstalten, der von 500 Polizisten der Bereitschaftspolizei begleitet werden musste. Viele linke Gegendemonstranten fand sich ebenfalls ein, es kam zum Kampf zwischen diesen und der Bereitschaftspolizei, der mit mehreren Verletzten und diversen Festnahmen endete. Genau dies scheint sich nun zu wiederholen, darauf deutet zumindest die seit Freitagmorgen hier aufgestellte Beschilderung hin.

Vandalismus

Donnerstag, 10.12.2009

So fanden wir am Donnerstagmorgen den erst vor knapp einem Jahr montierten Aschenbecher neben unserer Eingangstür vor. Die geschätzen 150 darin enthaltenen Zigarettenkippen waren mitten in der Durchfahrt entleert. Da es in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mehrere derartige Vorfälle gab, ist hoffentlich auch die Chance höher, dass ein Täter ermittelt werden kann. Ich habe jedenfalls Strafantrag wegen Sachbeschädigung gestellt, die Polizei war da und hat auch nochmal Fotos gemacht.

Parplatzmangel

Mittwoch, 02.12.2009

Stellplätze für LKW sind bekanntlich Mangelware an der Autobahn, ganz besonders in unserer bergigen Region, wo für große Rastanlagen kaum geeignete Flächen vorhanden sind. Es ist also nicht immer einfach für die Fahrer, ihre Lenkzeiten nicht zu überschreiten. Manche entscheiden sich dann die Autobahn zu verlassen und übernachten bei mir vor der Tür. Vom Geräuschpegel her dürfte es hier allerdings spätestens ab 6 Uhr morgens lauter sein als auf jeder Autobahnraststätte.